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Über Rassismus und die Bewegung Black lives matter

  • Autorenbild: Soy
    Soy
  • 1. Juni 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Am 25. Mai 2020 in Minneapolis, USA, wurde der 46-jährige Afroamerikaner namens George Floyd durch eine gewaltsame Festnahme getötet. Ein Polizist drückte ihn gewaltsam zu Boden und kniete sich anschliessen solange auf seinen Nacken, bis George Floyd trotz Hilferuf kläglich unter seinem Knie starb. Die Tatsache, dass dies heute immer noch geschieht, trifft mich tief. Wieso man einem Menschen so etwas antun kann, nur wegen dessen Hautfarbe, werde ich nie nachvollziehen können und schon gar nicht wie sich die Schwarzen und People of Color in solchen Situationen fühlen müssen. Ich kann es und werde es auch nie verstehen können. Doch wie ein Slogan der Black lives matter Bewegung sagt:

„I understand, that I will never understand. However I stand.“

(Ich verstehen, dass ich es nie verstehen werde. Aber ich stehe an eurer Seite.)

Persönlich hätte ich mich in keiner Weise als rassistisch betrachtet. Ich respektiere Menschen jeglicher Herkunft, Hautfarbe, Religion und sexueller Ausrichtung.

Zurückblicken erkenne ich jedoch, dass ich in der Vergangenheit, wie viele andere, einen der schlimmsten Fehler begangen habe. Den Fehler, nicht wirklich hinzusehen und laut genug darüber zu sprechen.

Früher dachte ich oftmals, dass ich der Aufgabe nicht gewachsen bin, andere besser wissen was zu tun und wie vorzugehen ist, sich äquivalenter ausdrücken und treffendere Worte finden können. Selbst als ich zum ersten Mal die Nachrichten über den Mord an George Floyd las, ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich nicht in der Lage bin von meinem Standort aus etwas zu bewirken, dass ich nicht genügend über das Thema Rassismus weiss, um darüber zu sprechen, und dass es Menschen mit viel mehr Einfluss und Wissen gibt als mich, die tatsächlich etwas verändern können. Zum Glück hatte ich aber bald eine Erleuchtung.

Ja, die Geschehnisse mögen vielleicht auf der anderen Seiter der Welt stattfinden und ja, wahrscheinlich habe ich nicht genügend Wissen bezüglich Rassismus und bessere, treffendere Wort finden als diese hier, kann wohl auch jemand. Der eigentliche Ursprung des Problems liegt jedoch genau hier, dass Jeder und Jede, die nicht vor Ort ist, sich nicht direkt betroffen fühlt und ausweicht, in der falschen Annahme nicht in der Lage zu sein etwas auszurichten, verändern zu können. F*** nein.

Wir alle können etwas bewirken, wenn wir es wollen. Das musste auch ich lernen, mir bewusst einprägen und immer wieder wiederholen.

Es ist wahr, als weißes Mädchen aus der Schweiz bin ich privilegiert. Aber gerade weil ich so privilegiert bin, sollte ich mein Privileg nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass dies nicht selbstverständlich ist und dass der Grund, warum wir so privilegiert sind, der ist, weil andere es nicht sind. Sie sind es nicht, weil sie nur wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion als „anders“ abgestempelt und deswegen ungerecht behandelt werden.

Der Mord an George Floyd war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Mein Fass, aber auch das von vielen anderen Menschen dieser Welt. Mehr als genug Menschen sind gestorben, lediglich auf Grund ihrer Hautfarbe oder Herkunft. Jetzt ist es an der Zeit sich zu erheben und ihnen eine Stimme zu geben, indem wir lauthals darüber reden, schreiben und auf die Strasse gehen.

Ich habe gelernt, dass es egal ist wo die Ungerechtigkeiten stattfinden und wie bekannt ich bin. Wenn ich etwas sage, darüber spreche, werde ich trotzdem einer Veränderung bewirken, auch wenn es nur eine kleine ist.

Sei es ein Post, ein Aufruf über Social Media, eine Spende oder eine Unterschrift. Egal, Hauptsache Worte, ob gesprochen oder niedergeschrieben. Wichtig ist, dass Worte laut gesagt und nicht nur leer geschluckt und in stillen Gedanken behalten werden. Höchstwahrscheinlich werden es nicht die treffendsten Worte sein. Doch solange nur eine Person redet, bringen auch die treffendsten Worte nichts. Erst wenn daraus mehrere werden, verschafft man ihnen Gehör.! Also sollten wir es endlich lassen dem Thema Rassismus auszuweichen und uns stattdessen der Wahrheit stellen. Dazu fällt mir ein Songtitel der Ärzte ein:

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär` nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Also bitte, nehmt euch dies zu Herzen und tut was, verändert!


Besitos, Soy




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