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Vom Wiedersehen

  • Autorenbild: Soy
    Soy
  • 11. Jan. 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Doch ab und zu kreuzen sich unsere Wege immer noch, so auch heute. Heute war es irgendwie anders, es harmonisierte und ich fühlte mich irgendwie wieder verbunden und wohl, wie früher. So beschloss ich, dass ich mehr davon brauche in meinem Leben. Mehr Wiedersehen, Begegnungen mit alten Freunden oder Menschen, die erst soeben mein Weg kreuzten. Ein Vorsatz, den ich nur all zu gerne ausführen, abhacken würde im neuen Jahr.


Abschied ist nicht so meine Stärke, wie in einer meiner letzten Poetry Texten geschrieben habe. Doch in demselben Atemzug schrieb ich, dass jeder Abschied für immer sie jedoch jeder Anfang aufs Neue kommt. So bleibt die Hoffnung, der Wunsch oder teils die Verzweiflung in der Luft hängen nach dem ersehnten Wiedersehen, dass oftmals nie kommen wird. Dennoch hegt man diesen leisen Wunsch und trägt ihn mit sich mit.


Tag für Tag und in jedem Gesicht, jedem Lachen, dass so ähnlich ist oder so scheint, öffnet sich dein Herz ein kleines Stück. Denkt es habe etwas Vertrautes wiedergefunden, um im nächsten Moment enttäuscht zu werden, ein weiteres von vielen Malen, die schon vergangen waren und noch kommen werden. So werden aus diesen Tagen Monate und schliesslich Jahre und die Hoffnung. Dieser innigen Wunsch auf ein Wiedersehen, hegst du weiterhin, umhüllt noch immer dein Herz und bildet einen Kokon, der darauf wartet sich zu entpuppen, zu einem Schmetterling zu entfalten und davonzufliegen, sobald du ihn anschaust und anlachst.


Dabei tappst du im Ungewissen, ob du das Gesicht, die Haltung, den Gang überhaupt noch erkennen würdest. Ob die Art und Weise noch dieselbe ist oder in Wahrheit ein Wiedersehen unmöglich ist, weil sie einer dieser Personen geworden sind, an der du nun vorbeigehst, uninteressiert, mit schnellen Schritten und einem suchenden Blick, der Ausschau hält nach ihnen. Dabei ziehst du an ihnen vorbei, das Wiedersehen verhindert, zunichte und unmöglich möglich macht, da du suchst, was nicht zu finden ist. Eine Erinnerung, Vorstellung und Phantasie von dem, was einmal war und vielem, was hätte sein können, wäre es gelaufen wie du es dir in dienen Gedanken ausgemalt und ausgelegt hast. Hätte, wenn, dieses kontrafaktische Denken führt zu nichts, ausser dazu zu schnell zu gehen. Die Augen geradeaus gerichtet nach vorne, mit einer klaren Idee im Kopf, die aber auf nichts Handfestem beruht, lediglich illusorisch und dadurch eher tragisch ist.


Denn so würdest du, nach all den Jahren voller Wehmut und mit dem Wunsch nach einem Wiedersehne wohl, wahrscheinlich einfach an dir vorbeiziehen. Einen Windstoss hinterlassen und alles was ihnen bleibt, wäre dein Duft, als Wiedersehen und dann wäre es vorbei. Jeder ginge weiter seinen Weg, auf der Suche nach allem, was irgendwie dennoch nichts ist.


Soy


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