Expectations vs. Reality
- Soy

- 5. Okt. 2020
- 3 Min. Lesezeit
Meine erste Woche als Studentin. Über die Klischees und Vorurteile des Studentenlebens und wie es sich tatsächlich lebt.
Verbindungshäuser, wilde Partys, lange ausschlafen und verpennt in der Vorlesung sitzen.
In etwa so wir das Bild eines Studenten, einer Studentin dargestellt, in Filmen, Büchern oder in ausgemalten Geschichten. Klar, dass wohl nicht überall und ganz alles der Wahrheit entspricht oder etwa doch? Oftmals wird das Studium gar als "easy" und "locker flockig" beschrieben. Das Wort Stress fällt eher selten, dafür werden in genügend anderen Beriechen neue Erfahrungen gesammelt, beispielsweise was das Liebesleben anbelangt.
Das klingt gar nicht so schlecht, sogar sehr gut.
Journal, 20.09.20
"Jetzt ist es schon Mitte September undicht habe bereist die Einführungswoche des Studiums in Fribourg hinter mir, ein WG-Zimmer gefunden und eventuell schon bald einen Job. Nach dieser Woche an der Uni lebe ich bereis das Klischee einer Studentin. Schon am ersten Tag starteten wir mit einer "Willkommens-Party", um den Beginn des Semesters zu feiern."
Dies nennt sich "Crazy Montag" und findet normalerweise zu Semesterbeginn jeden Montag, während einem Monats statt. Alle StudentInnen kommen üblicherweise im Irish Pub zusammen und amüsieren sich im ersten Stock an der Bar oder ein Stockwerk höher auf der Tanzfläche. Aufgrund des Corona Virus hatte das Irish Pub leider geschlossen. Dafür versammelten wir uns in einer kleineren Bar nebenan, wo es überschaubarer war und auch einen kleinen Aussenbereich gab. Der Abend wurde lang und wir tanzten durch die ganze Nacht. Typen hier, Typen da, kurze Erholungspause auf der Toilette oder zum Verschnaufen an die frische Luft. Früh morgens kehrte ich schliesslich kaputt, aber überglücklich in meine WG zurück. Bin ich froh, dass ich am nächsten Tag erst am Nachmittag meine erste Vorlesung hatte. Ansonsten wäre es ein harziger Start gewesen mit einem übeln Hannover, denn selbst am Nachmittag war ich immer noch müde und erschöpft vom Vorabend.
Journal, 20.09.20
"Zum Glück habe ich Psychologie als eines meiner Nebenfächer gewählt. Denn die "Psychologen" haben eine gemütliche und sehr unterhaltsame Einführungswoche geplant. Dadurch sollten wir uns untereinander bei diversen "ausserschulsiche" Aktivitäten besser kennenlernen, bei adenen oftmals Alkohol im Spiel war. Leider konnte ich nicht an allen teilnehmen, da es sowas von unserem Hauptfach aus leider nicht gab und die Vorlesungen bereits normal stattfanden. Trotzdem lernte ich schon vier Deutsche Studentinnen kennen. Alle samt super lieb, cool und wilde Partysocken. Aber wir verabredeten uns auch auf ein Eis in der Stadt und am Samstag Morgen besuchten wir uns alle zusammen den Markt auf dem Rathausplatz. Bei den vielen Leckereien fand ich auch gleich noch ein Geschenk für meinen Großvater, der einige Tage zuvor Geburtstag hatte. Plötzlich fing es dann an zu regen und wir beschlossen uns ein süsses Café zu setzten, um uns bei einem warmen Kaffee aufzuwärmen. "
Die Entscheidung, spontan doch noch auszuziehen und ein WG-Zimmer zu suchen, bereute ich definitiv nicht. Vor Ort zu sein und an keinen Fahrplan gebunden zu sein half schnell Anschluss zu finden und sich allmählich ein soziales Umfeld zu schaffen. Wovor ich zuvor noch bangte, stellte sich als ganz simpel und einfach heraus. In Kontakt und ins Gespräch kommt man trotz Maske und Abstand schnell. Ausserdem ist es okay, wenn es etwas länger Zeit braucht, um sich anzunähern. Teilweise harmoniert es auch schlichtweg nicht und etwa zu erzwingen hätte nun wirklich keinen Zweck.
Journal, 20.09.20
"Im Großen und Ganzen war es eine sehr gelungen erste Woche. Klar, der Unikram wie der Ablauf und das Administrative ist noch alles neu und etwas überfordernd. Doch dies wir sich mit der Zeit bestimmt alles fügen. Für das Knüpfen erster Kontakte war diese Woche jedoch einfach nur super super, super und unglaublich genial! Meine deutschen Freundinnen sind lustig, liebenswert und werden mir gut tun, damit ich nochmaliger und offener werde! Beispielsweise lernten sie beim Park in unserer Nähe den Besitzer einer Imbissbude kennen. Da sie oft in diesem Park Zeit verbrachten, kamen sie mit ihm ins Gespräch und freundeten sich mit ihm an. So erhielten wir von ihm am Abend gratis Sandwiches, da er uns mochte und er unterhielt sich noch eine Weile mit uns.
Vielversprechend, was die Studentenstadt so zu bieten hat und das Unileben so verbricht...
Ich freue mich!"
Das Fazit ist ziemlich eindeutig. Das Unileben ist zwar nicht reines "Zuckerschlecken", es muss auch etwas getan und eine Leistung vollbracht werden. Hingegen das Leben um die Uni herum, die Veranstaltungen, das Studentenviertel, die ganzen Studenten und die Atmosphäre schreit nach den Klischees, mit denen ich im Gepäck angekommen bin.
Was das Leben hier noch so mit sich bringen wird, keine Ahnung, aber hoffentlich etwas Gutes!




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