Mit kleinen Schritten
- Soy

- 13. Juli 2020
- 3 Min. Lesezeit
Ob du mit einem breiten Grinsen durch den Tag gehst lieg ganz bei dir. Du hast es in der Hand, klingt doch ganz simpel oder? Also, solltest du immer noch in deinem Hamsterrad feststecken gibt dir dieser Text vielleicht etwas halt und Mut nicht der Verzweiflung zu verfallen.
Noch vor einer Woche war ich in meinem Hamsterrad gefangen, drehte meine Runden immer weiter und hatte das Gefühl nicht heraus zu kommen und einmal frische Luft einzuatmen. Klar jetzt ist noch eine ausserordentliche Lage mit dank dem Corona Virus. Dieses Gefühl, sich im Hamsterrad zu drehen, hatte ich jedoch schon vor Ausbruch der Corona Pandemie ab und an. Wenn mich der Rhythmus des Alltags und vor allem Gewohnheiten, die man längst hinter sich lassen möchte, einem immer mehr eindrängten, alles immer enger wurde und mich schliesslich zu erdrücken drohte, bis mir beinahe die Luft zum Atmen fehlte. Verzweifelt versuchte ich jeweils auf irgendeine Art und Weise mich aus dieser Trägheit rauszureißen, da mir in diesem Trott so langsam die Lust verging. Oftmals leider ohne Erfolg und jeder neue Anlauf endete erneut im Scheitern. Es hat lange gedauert, bis ich den Dreh raushatte, was mich wirklich mit beiden Beinen zurück in die Realität holt, sodass ich endlich meinen geregelt und geordnet kriege.
Dabei ist die Lösung ganz simpel, wie bei vielem anderem auch. Ich allein bin die Einzige, die mir weiterhelfen kann. Der eigene Wille braucht es und mehr nicht. Denn wenn man es wirklich aus tiefem Herzen will, dann findet sich auch ein Weg dies umzusetzen.
Man muss lernen Verantwortung zu übernehmen für sich und sein Leben. Das Leben mit beiden Händen fest zu umfassen und endlich seine Probleme, Ängste oder Wünsche anzupacken. Dies ist ein weiterer, äusserst wichtiger Schritt ins Erwachsenwerden, der oftmals in der Theorie ganz einfach und logisch erscheint, jedoch in der Praxis schwieriger umzusetzen ist. Die Verheissung ist viel zu gross, einfach Trübsal zu blasen und in in einem See aus Selbstmitleid zu tümpeln, oder gar zu versinken. Einfacher mag dieser Weg vorerst ja scheinen. Jedoch nur solange, bis einem das Wasser bis zum Hals steht, und immer mehr Tropfen aus Selbstmitleid, Kummer und Sorgen auf einem hereinprasseln und man droht darin zu ertrinken.
Spätestens in diesem Moment sollte man sich schleunigst ganz doll in den Arm kneifen oder sein Haargummi aufziehen und loslassen, sodass es dich zwickt und dir hoffentlich einen Stoss versetzt. Einen Stoss versetzt und dich daran erinnert, dass du wieder einmal zu tief in den See aus Selbstmitleid getaucht bist und endlich aufhören muss, dich ständig selbst zu bemitleiden und anfängst wirklich etwas dagegen zu tun. Oder wie ich vorhin so schön sagte, sein Leben mit beiden Händen anpacken.
Natürlich ist es nicht möglich, von heute auf morgen sein ganzes Leben umzukrempeln. Das ist auch gut so. Besser Tag für Tag immer etwas mehr in Angriff nehmen und mir kleinen Schritten vorangehen. Andersrum wäre man schon bald überfordert, weil sich zu schnell zu viel ändern würde. Als Reaktion auf die Überforderung würde man dann alles hinschmeissen, aufgeben und erneut den einfacheren Weg wählen. Lässt man sich etwas Zeit, funktioniert dies jedoch ganz gut und nach einer Weile schafft man es sogar alte Gewohnheiten abzubauen und an deren Stelle neue anzupflanzen.
Dies führt zu einem weiteren essentiellen Punkt, der oftmals leicht und ersichtlich klingt, aber trotzdem setzen ihn die meisten nicht um. Auf sich und seinen Körper zu hören und alles was man tut, für sich selbst und für niemanden sonst zu tun.
Ansonsten wird man es nie wirklich durchziehen und an einem Punkt aufgeben. Vor allem aber wird es einem nie vollkommen erfüllen, glücklich machen, wenn du selbst nicht voll und ganz hinter dir und deinen Machenschaften stehst!
So habe ich mich auch letzte Woche daran erinnert, als ich in meinem Hamsterrad festsitzen wollte und immer weiterdrehen.
Also habe ich das Problem Ursprung gepackt und angefangen meinen Alltag abwechslungsreicher zu gestalten.
Beispielsweise habe ich wieder einmal Freunde getroffen, war im See schwimmen, habe Zeit mit meiner Familie verbracht.
Vor allem ist es wichtig, auch einmal entspannt für sich selbst, allein etwas zu unternehmen. Sei es nur vor dem Fernseher zu liegen und etwas Gutes zu essen, Hauptsache du bist dabei glücklich und hast danach ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht.
Besitos Soy




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