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Im Hamsterrad drehend der Zukunft entgegenblicken

  • Autorenbild: Soy
    Soy
  • 6. Juli 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Juli 2020


Wer kennt es nicht, dieses Gefühl von sich ständig im Kreis Drehens. Egal was man macht oder tut, der Gedanke lässt einem nicht los, dass man nicht vom Fleck kommt und die Tage einfach so belanglos an einem vorbeiziehen. Gefangen in denselben Gewohnheiten, haben wir oftmals den Drang auszubrechen, etwas Neues anzufangen und endlich die Initiative für uns selbst zu ergreifen und unsere Ziele zu realisieren. Stattdessen landen wir beim Versuch häufig wie der Hamster im Hamsterrad und treten immer wieder von Neuem die gleichen Gewohnheiten los und der Teufelskreis kommt erneut ins Rollen.

Gerade in den Corona Zeiten war dieses Befinden wohl keine Rarität und eher die Norm, als eine Ausnahme. Doch jetzt, wo sich die erste Corona Welle langsam zu neigen und alles wieder schrittweise zum Alten kommen schien, wurden unsere monotonen Alltage durch etwas Abwechslung aufgemischt.

Seit etwas mehr als einer Woche fühle ich mich jetzt aber wieder so müde, träge und lustlos. Alles scheint mir surreal und es fühlt sich an, als ob ich nicht wirklich präsent wäre. Die Tage ziehen belanglos an mir vorbei, ich weiss nicht was mit meiner Zeit anzufangen, habe keinen Hunger und stopfe dann trotzdem etwas in mich hinein. Nur allzu gern würde ich mich aus dieser elendigen Trance herausreissen. Stattdessen stehe ich nur hilflos da und sehe zu wie die Welt weiter ihre Runden um mich dreht. Als ob ich in ein tiefes, schwarzes Loch fallen würde und nicht mehr meinen Weg hinausfinde.

Vielleicht hat es damit zu tun, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bald die zweite Corona Welle über uns zusammenbrechen wird. Ob wir es wollten oder nicht, uns war allen bewusst, dass es dazu kommen wird. Wahrhaben wollte es die Mehrheit von uns jedoch nicht. Im Verdrängen sind wir Menschen inzwischen ziemlich gut geworden und im Schönreden sind wir schon fast Weltmeister. Doch sind wir ehrlich, es gibt weitaus schlimmeres, als den Sommer mit einer aufgesetzten Maske zu geniessen und schlimmstenfalls dazu verpflichtet zu sein, im eigenen Haus zu bleiben. Auf der Welt passieren noch weit aus schlimmere Dinge, genau in diesem Moment. Erst jetzt wird mir richtig bewusst, was ich noch vor ein paar Monaten eigentlich alles gemacht habe, ohne dies als besonders anzusehen. Jetzt muss ich, müssen wir alle lernen, mit weniger auszukommen und dass es eigentlich gar nicht mehr braucht, als das, was man schon hat und mit wem man es teilen kann.

Trotzdem ist es normal, dass man sich nach einer Weile hilflos, unnütz und wie in einem Hamsterrad gefangen fühlt.

Was mir in solchen Momenten hilft, ist der Gedanke, dass ich nicht die Einzige bin, der es os ergeht und wir in diesem Fall ausnahmsweise tatsächlich alle in einem Boot sitzen. Die ganze Welt ist betroffen, von einer Pandemie. Oder was die High School Musical Darsteller nun singen würden:

„We are all in this together!“

Es ist wahr. Wir stellen uns alle zusammen diesem Virus und werden auch gemeinsam da rausfinden. Wann ist noch ungewiss, aber dieser Tag wird kommen. Bis dahin heisst es Zähne zusammenbeissen und jeden Tag von Neuem nehmen wie er kommt und das Beste daraus machen.

Besitos Soy




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